© ABC

Hier lest ihr die Kritik zur neuen Fantasy-Serie “Once Upon A Time” von den “Lost”-Schreibern Edward Kitsis und Adam Horowitz.

Im Jahr 2004 erschufen J.J. Abrams, Jeffrey Lieber und Damon Lindelof die Mystery-Serie “Lost” und bescherten dem US-Sender ABC damit eine der erfolgreichsten Serien des letzten Jahrzehnts. Mit einer gelungenen Mischung aus Drama- und Mystery-Elementen begeisterte “Lost” sowohl Zuschauer als auch Kritiker auf der ganzen Welt und konnte nebenbei auch noch einige Emmys und Golden Globes einsacken. Seit im Jahr 2010 das Finale der Prestige-Serie über den Bildschirm geflimmert ist, sucht man bei ABC natürlich nach einem Kandidaten, der in die großen Fußstapfe treten kann, die “Lost” hinterlassen hat. In der letzten Saison versuchte man mit einer eher Sci-Fi-lastigen Kreation (“FlashForward“) die alten Losties zu begeistern (was jedoch fehlschlug). Diese Saison ist mit “Once Upon A Time” also ein Fantasy-Ableger dran, der sogar die ehemaligen “Lost”-Schreiberlinge Edward Kitsis und Adam Horowitz im Gepäck hat.

Snow White (Ginnifer Goodwin) und ihr Gemahl Prince Charming (Josh Dallas), sowie ein ganzes Königreich voller mehr oder weniger bekannten Märchenfiguren wird von der bösen Königin (Lana Parilla) in eine schreckliche Parallelwelt verbannt. Nämlich in die Kleinstadt Storybrooke, Maine in unserer Gegenwart (welch Horror!). Eines Tages erfährt die Kautions-Kopfgeldjägerin Emma (Jennifer Morrison) von einem kleinen Jungen namens Henry (Jared Gilmore), dass sie die Tochter von Snow White und Prince Charming ist und als Einzige den Fluch der bösen Königin lüften kann. Sie glaubt ihm natürlich kein Wort und auch die Bewohner von Storybrooke scheinen nichts von ihrer angeblichen Märchenherkunft zu wissen, doch schon bald bemerkt sie merkwürdige Vorkommnisse in der kleinen Stadt.

© ABC Ginnifer Goodwin und Josh Dallas

Die reichlich bizarre Prämisse von “Once Upon A Time” ist sicherlich für den ein oder anderen eine ganz schön bittere Pille, doch wer bereit ist sie zu schlucken, wird im weiteren Verlauf mit einer tollen Atmosphäre und äußerst interessanten Charakteren belohnt. Da sich die Serie nicht auf ein bestimmtes Märchen beschränkt, sondern alle möglichen Charaktere zusammenwirft, sind die Möglichkeiten für die Drehbuchautoren enorm. Bereits in der ersten Folge trifft man auf Jiminy Cricket, der in Storybrooke als Psychologe arbeitet, sowie den zwielichtigen Rumpelstilzchen, der die ganze Stadt unter seiner Kontrolle zu haben scheint.

Die Geschichte der Pilotfolge ist spannend erzählt und erinnert mit dem Hin- und Herspringen zwischen Realität und Märchenwelt immer wieder an die Flashbacks aus “Lost”. Auch die interessanten Twists haben durchaus “Lost”-Qualität und halten den Zuschauer bei der Stange.

Bei dieser Prämisse besteht natürlich die Gefahr, dass sich die Serie Kitsch und Märchenreferenzen verliert, doch auch die emotionalen Momente können überzeugen. Die meisten Figuren haben schon nach der ersten Folge eine gewisse Tiefe, die den meisten Märchenfiguren (offensichtlich) fehlt. Großen Anteil daran haben Jennifer Morrison als Emma und ihre Gegenspielerin Lana Parilla als böse Königin beziehungsweise Bürgermeisterin von Storybrooke. Doch auch der junge Jared Gilmore macht einen ordentlichen Job und verhindert, dass der kleine Besserwisser Henry in die “Wesley Crusher”-Rubrik abgleitet.

© ABC Lana Parilla und Jennifer Morrison

Fazit: Wer einen Faible für Fantasy hat, sollte sich “Once Upon A Time” nicht entgehen lassen. Aber auch alle anderen können einen Blick riskieren.

Wertung: 9/10

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Kritik zur Pilotfolge von "Once Upon A Time", 9.7 out of 10 based on 9 ratings
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